Rissmerkmale
⚠️ Inhaltswarnung
Diese Seite zeigt Bilder von Beutetieren des Luchses und weiterer Beutegreifer. Manche Aufnahmen können verstörend wirken – insbesondere für jüngere Betrachter:innen.
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Der Luchs als spezialisierter Lauer- und Pirschjäger hetzt seine Beute nicht. Aus der Deckung heraus muss er in wenigen Sätzen seine Beute erreicht haben, sonst bleibt der Jagdversuch erfolglos.
Er springt die Beute an, hält sie mit seinen Pranken fest und beißt bei größerer Beute gezielt in die Kehle. Das Erbeuten von mehreren Tieren innerhalb kurzer Zeit kommt beim Luchs sehr selten vor.
Erst bei genauerem Hinsehen sind in der Kehle die Perforationen der Eckzähne zu erkennen. In der Unterhaut hinterlässt der Drosselbiss einen meist deutlichen Bluterguss.
Das Fell über die Ohren ziehen
Der Luchs isst bevorzugt Muskelfleisch und beginnt in der Regel an den Hinterschenkeln. Der Bauchraum bleibt anfangs noch geschlossen, im Gegensatz zu Hundeartigen frisst der Luchs den Verdauungstrakt nicht.
Nach einer Luchsmahlzeit bleiben nur der Kopf und größere Knochen übrig. Ein ausgewachsenes Reh wird innerhalb von vier bis sechs Tagen gegessen, wobei der Luchs vor allem in der Dämmerung und nachts seine Beute aufsucht.
Danach isst sich der Luchs die Wirbelsäule entlang nach vorne und stülpt dabei manchmal die Haut der Beute über deren Kopf. Möglicherweise hat die Redewendung "das Fell über die Ohren ziehen" hier ihren Ursprung.
Manchmal scharrt der Luchs sein Beutetier ganz oder nur an der Anschnittstelle zu, um es vor Mitessern (Aasfressern oder Aasfliegen) zu schützen. Er verwendet dabei Laub, Nadeln, Erde oder Schnee, abhängig davon, was das Umfeld hergibt.
Im Vergleich die Merkmale von Hetzjägern
Hetzjäger wie Hunde und Wölfe können die Beute nicht mit ihren stumpfen Krallen festhalten, sondern beißen in Hinterbeine oder Flanken, um das Tier zu Boden zu reißen. Erst dann setzen den Kehlbiss, auch oft mehrere Bisse. Der Kehlbereich wird dadurch oft gequetscht oder die Luftröhre ist ganz heraus gerissen. Manchmal hinterlassen Hunde Kratzspuren, die aber wegen der stumpfen Krallen nur oberflächlich sind. Mehrfachtötungen kommen bei Hunden und Wölfen vor allem dann vor, wenn die Beute nicht flüchten kann (z. B. in einem Wildgatter oder Schafpferch).
Hundeartige Beutegreifer wie Fuchs, Wolf oder Hund öffnen gerne gleich den Bauchraum, um an den nahrhaften Verdauungstrakt (Pansen) zu kommen.
Oft trennt der Fuchs Körperteile von großen Beutetieren ab, wie hier den Kopf des Rehs. Der Luchs macht dies nicht, er zieht im Bedarfsfall die ganze Beute in Deckung.

Obwohl äußerlich nicht unbedingt viel Blut zu sehen ist, werden die vielen durch einen Hund zugefügten Bisswunden an Flanken erst nach einer Abhäutung offenkundig.
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