
Lebensweise
Luchse sind territoriale Einzelgänger, d. h. Kater und Katzen leben getrennt, aber im selben Gebiet. Um einander während der Fortpflanzungszeit in ihren riesigen Territorien zu finden, kommunizieren beide Geschlechter über Laute und Duftmarken. Solche Duftmarken dienen außerdem der Revierabgrenzung gegenüber gleichgeschlechtlichen Artgenossen. Insbesondere die Kater patrouillieren regelmäßig entlang ihrer Reviergrenzen und legen dabei bis zu 40 Kilometer in einer Nacht zurück.
Das Territorialverhalten sichert den Luchsen all jene Ressourcen, die sie zum Überleben brauchen. Dies sind: ausreichend Beute, Rückzugsgebiete für die Jungenaufzucht sowie der Zugang zu Geschlechtspartnern. Damit sorgt das Territorialverhalten für eine an den Lebensraum angepasste Luchsdichte.
Auffällig unauffällig
Ihre dämmerungs- und nachtaktive Lebensweise sowie ihre hervorragende Tarnung machen Luchse für den Menschen quasi unsichtbar. Ein Luchs kann deshalb nur selten beobachtet werden und wird daher mancherorts als "scheu" bezeichnet. Dabei charakterisiert ihn das Wort "heimlich" weitaus mehr. Das Lebensmotto eines Luchses könnte also lauten: heimlich, still und leise.
Trotzdem sind Luchse nicht nur in unzugänglichen Wildnisgebieten zuhause, wie manche glauben. Oft bieten Kulturlandschaften durch ihren Abwechslungsreichtum für Luchse und ihre Hauptbeutetiere, die Rehe, die besten Lebensbedingungen. Luchse sind deshalb auch dort anzutreffen, wo es sich lohnt, unvorsichtigen Beutetieren hinterher zu pirschen - nicht im tiefen und eher wildarmen Wald, sondern da, wo Wald und Wiese aufeinander treffen.
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