Datenerfassung
In Bayern ist das Landesamt für Umwelt für das Luchsmonitoring federführend zuständig. Organisationen und Institutionen, die zur Datensammlung beitragen, sind z.B. Bayerische Staatsforsten, Nationalpark Bayerischer Wald, Naturparke, Bundesforstbetriebe (TÜP). Auch die Mitglieder des 'Netzwerks Große Beutegreifer' unterstützen das Luchsmonitoring auf wertvolle Weise.
Neben dem Sammeln von Zufallshinweisen, ist der Einsatz von Fotofallen zur Standardmethode des Luchsmonitorings geworden. Beide Herangehensweisen ergänzen sich auf wertvolle Weise.
Dies ist vor allem der Verbreitung von Wildkameras bei Jagdausübungsberechtigten oder Naturfreunden geschuldet, so dass eine noch größere Fläche in die Datenerhebung einbezogen werden kann.

Von den Rohdaten zu Verbreitungskarten
Die Auswertung aller zugänglichen Daten erfolgt jährlich nach dem biologischen Jahr des Luchses (1.5. - 30.4.). Dabei werden die Meldungen auf einem 10 x 10 km Raster aufgetragen.
In Bayern werden die erfassten Daten seit dem Jahr 2002 anhand der SCALP-Kategorien klassifiziert. Diese Kategorien teilen die Daten nach ihrer Überprüfbarkeit ein und setzen daher strengere Maßstäbe an die Datengüte. Sie erfordern aber auch mehr Aufwand bei der Datenerhebung.
Seit dem Jahr 2009 bilden die SCALP-Kategorien die Grundlage für das Luchsmonitoring in ganz Deutschland.
Für die Einteilung von Luchshinweisen sind demnach drei Kategorien maßgeblich, die vor allem auf das Kriterium der Überprüfbarkeit abgestimmt sind:
- Nachweise: tot aufgefundene Luchse, Fotos von Luchsen (z.B. durch eine Fotofalle), Luchsfänge, genetischer Nachweis, Telemetriedaten.
- Bestätigte Hinweise: durch eine erfahrene Person überprüfte und bestätigte Risse oder Spuren (gute fotografische Dokumentation erforderlich).
- Unbestätigte Hinweise: Alle nicht überprüfbaren Hinweisarten wie Sichtbeobachtungen und Lautäußerungen. Nicht oder unvollständig dokumentierte Risse, Spuren, Losung oder Haarfunde, die daher weder bestätigbar noch auszuschließen sind,
Datenauswertungen nach einheitlichen Standards
Um Daten, die von verschiedenen Institutionen oder Ländern gesammelt werden, miteinander vergleichen zu können, ist eine einheitliche Vorgehensweise bei der Behandlung der Daten notwendig. Genau dies wird mit den SCALP-Kategorien erreicht,
Ab dem Jahr 2013 hat sich Tschechien und Österreich der SCALP-Klassifizierung angeschlossen, so dass eine länderübergreifende Datenauswertung der Böhmerwaldregion möglich geworden ist.
Monitoringstandards
Mittlerweile bilden die SCALP-Kategorien bilden nicht nur die Grundlage für das Monitoring vom Luchs, sondern auch von Wolf und Bär in ganz Deutschland.
Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) gibt hierzu das BfN Schriften 413 - Monitoring von Wolf, Luchs und Bär in Deutschland heraus.
Das BfN stellt zudem die deutschlandweiten Vorkommenskarten zu Luchs und Wolf zusammen, die auf jährlicher Basis von den Monitoringbeauftragten der Bundesländer erarbeitet werden.
Monitoringstandards in Deutschland
BfN Schriften 413 - Monitoring von Wolf, Luchs und Bär in Deutschland
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