Verbreitung in Deutschland
Dem Luchs bieten sich in Deutschland vor allem die waldreichen Mittelgebirge als Lebensraum an.
Neben dem Luchsvorkommen in Ostbayern, gibt es ein größeres Vorkommen im Harz. Dort wurden zwischen 2000 und 2006 insgesamt 24 Luchse aus Gehegenachzuchten ausgewildert. Mittlerweile breitet sich die Population vor allem nach Westen und nach Süden in den hessischen Raum aus. Einzelne Abwanderer erreichten auch schon Nordbayern, Sachsen oder Baden-Württemberg.
Im Pfälzerwald wurden von 2016 bis 2020 insgesamt 20 Luchse wiederan- bzw. umgesiedelt: Die Luchse stammen aus der Schweiz und aus den slowakischen Karpaten.
Auch im Thüringer Wald, im Erzgebirge und im Schwarzwald sind neuerdings einzelne Luchse im Rahmen von Wiederansiedlungsprojekten ausgewildert worden.

Mehr Infos zu den genannten Luchsinitiativen und -projekten auf folgenden Websites:
Jährliche Verbreitungskarten
Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) koordiniert die Zusammenstellung der deutschlandweiten Daten zum Vorkommen des Luchses in Deutschland.
Im Jahr 2009 haben sich die Monitoringbeauftragten der Bundesländer auf gemeinsame Datenstandards (SCALP-Kriterien) geeinigt und diese in den letzten Jahren weiter verfeinert.
Eine abgestimmte Karte inkl. Erläuterung lag erstmals für das Monitoringjahr 2013 vor. Dies ist der biologisch relevante Zeitraum vom 1.5. bis zum 30.4. des Folgejahres.
Die Luchsdaten werden jährlich ausgewertet und in einer gesamtdeutschen Verbreitungskarte dargestellt.
Habitat- und Ausbreitungsmodell
Eine natürliche Besiedelung könnte über den Böhmerwald und den nordostbayerischen Raum, über den Schwarzwald und den Pfälzer Wald erfolgen. Auch die bayerischen Alpen sind grundsätzlich von der Schweiz und Slowenien her für den Luchs erreichbar.
Dafür ist jedoch ein ausreichend großer Populationsdruck notwendig. Jungtiere müssen sich dann außerhalb der bestehenden Population Lebensräume erschließen. Notwendig ist außerdem, dass junge Luchse diese Lebensräume überhaupt erreichen können.
Bisher noch geeignete Wanderkorridore dürfen nicht zerschnitten, schon bestehende Barrieren wie Autobahnen oder größere deckungsarme Kulturlandschaft müssen für Luchse wieder durchlässig gemacht werden.
Das Habitat- und Ausbreitungsmodell für den Luchs in Deutschland zeigt deutlich, wo die Chancen, aber auch die Grenzen für den Luchs liegen. Im Hinblick auf ein sinnvolles und effektives deutschlandweites Luchsfachkonzept ist eine Abstimmung der einzelnen Bundesländer untereinander erforderlich.

weiter zu Verbreitung in Europa →



