Aktuelles

Neues aus dem Luchsschutz.

Hier finden Sie aktuelle Meldungen aus unserer Arbeit sowie Berichte über Veranstaltungen, besondere Ereignisse und Erzählenswertes – was den Luchs in Bayern und darüber hinaus bewegt. 

Veranstaltung im Rahmen des wildLIFEcrime-Projekts

Um den Luchs wieder einmal in den Fokus zu rücken, hat Luchs Bayern e.V. lokale und regionale Behördenvertreter aus Niederbayern und der Oberpfalz zum Informationsaustausch im LBV-Zentrum Mensch & Natur in Arnschwang eingeladen. Die Veranstaltung, die am 15. Januar im Rahmen deutsch-österreichischen EU-geförderten Projekts „wildLIFEcrime“ stattfand, baute auf den bisher gesammelten Erkenntnissen zu Wildtierkriminalität in Bayern auf. Dabei ging es nicht nur um den gebeutelten Luchs, sondern auch um andere streng geschützte Säugetiere oder Greifvögel, die ebenfalls illegaler Nachstellung ausgesetzt sind.

Die Teilnehmenden waren sich darin einig, wie wertvoll es sei, dass Polizei, Naturschutz, Jagd und Forst über Verbesserungsmöglichkeiten in der Zusammenarbeit bei diesem schwierigen Thema diskutierten. Wildtierkriminalität gefährdet den Fortbestand von vielen streng geschützten oder seltenen Tierarten und stellt den Artenschutz vor ein massives Problem.

Für die Aufdeckung und Aufklärung dieser Straftaten sind die Ermittlungsbehörden jedoch in erster Linie auf Informationen aus privater Sphäre angewiesen. Zeugen oder Zeugen vom Hörensagen sind deshalb aufgerufen ihre Wahrnehmungen der Polizei oder der anonymen Hotline von WWF Deutschland und Luchs Bayern zu melden, Tel. 0800 – 1020 340.

Nur ein konsequentes und entschlossenes Vorgehen unter Einbindung aller gesellschaftlicher Gruppen wird potentielle Täter davor zurückschrecken lassen, streng geschützte Wildtiere weiterhin zu vergiften, zu erschlagen oder zu erschießen.

Eine tierische Glosse zum Fest

Unsere diesjährige Luchs-Weihnachtspost beschäftigt sich mit der Frage: Gefährden Beutegreifer die weihnachtliche Geschenkezustellung? 

Neugierig geworden? Hier geht’s zu unserer Luchs-Weihnachtspost.

Jungluchs bei Mauth im Landreis Freyung-Grafenau angefahren

Das junge weibliche Tier hatte einen Fersenbeinbruch, vmtl. von einem Autounfall, und wurde aufgenommen, um es tierärztlich behandeln zu lassen. Der Fellmustervergleich ergab eine Übereinstimmung mit einem Jungtier der ansässigen Luchsin „Stummel“.

Jungluchs bei Weidenberg im Landkreis Bayreuth überfahren

Erneut kam ein weiblicher Jungluchs bei Weidenberg zu Tode. Das Tier war augenscheinlich überfahren worden. Ein durch das Landesamt für Umwelt vorgenommener Fellmustervergleich ergab eine Übereinstimmung mit einem der beiden Jungtiere der ansässigen Luchsin „Julchen“. 

Jungluchs bei Tittling im Landkreis Passau überfahren

Am 31. Oktober wurde bei Tittling ein junger Luchs überfahren. Zuvor wurde wenige Kilometer entfernt ebenfalls ein Jungluchs angefahren. Ob es sich dabei um dasselbe Tier handelt, kann nur eine gründliche röngtenologisch-anatomische Untersuchung klären. Andernfalls muss angenommen werden, dass es sich um zwei verschiedene Tiere gehandelt haben muss.

Jungluchs bei Weidenberg im Landkreis Bayreuth angefahren

Das junge Weibchen war stark abgemagert als es von einem Auto angefahren wurde. Der herbeigerufene Tierarzt sah keine Chancen einer Genesung und euthanasierte das Tier. Die Herkunft der kleinen Luchsin ist unklar.

Subadulter Luchs im Landkreis Straubing-Bogen tot aufgefunden

Am 21. August wurde ein junger Luchskater tot auf einer Wiese bei Haibach aufgefunden. Wegen des Anfangsverdachts einer möglichen Straftat wurde ein forensisches Gutachten in Auftrag gegeben.

Neue Ausgabe der Luchs-Nachrichten

Die 19. Ausgabe der Luchs-Nachrichten befasst sich mit zwei Schwerpunkten:
a) Luchsen und ihrem Verhältnis zu Hunden sowie b) der Rückkehr der Luchse nach Mitteleuropa.

Daneben wird auf die Bestandssituation in Bayern eingegangen und das neue Handbuch zur illegalen Tötung von Luchsen vorgestellt. Die Luchs-Fakten streuen wieder Wissenswertes zum Luchs ein.

Frühere Ausgaben stehen unter InfoMaterial zum Herunterladen bereit.

Junger Luchs bei Zwiesel überfahren

Am 28. Juli wurde ein toter Luchs am Fahrbahnrand der B11 südlich von Zwiesel, Landkreis Regen, gefunden. Er lag unterhalb der Leitplanke. Gemeldet hat ihn dankenswerterweise ein vorbeifahrender Autofahrer.

Die nachfolgende gründliche Untersuchung des Luchses konnte die erste Vermutung der Polizei, dass es sich um einen Verkehrsunfall handelte, bestätigen.

Solche fachkundigen Untersuchungen sind wichtig, denn sie überprüfen, ob die Verletzungen des Tiers mit einem Unfallgeschehen in Einklang zu bringen sind, oder ob das Tier z. B. einem früheren Beschuss ausgesetzt war.

Die Polizei erwähnte in ihrem Pressebericht daher auch gesondert, dass keine Hinweise auf eine illegale Nachstellung vorgelegen hätten. Dies ist ein erfreuliches Zeichen für das gestiegene Problembewusstsein bei Luchstotfunden.

Luchs Bayern e. V. gibt Handbuch <Illegale Tötung von Luchsen> heraus

Das Handbuch widmet sich den Methoden illegaler Luchsverfolgung, möglichen Tätern, der Spurensicherung vor Ort, dem rechtlichen Rahmen, den Problemen und Lösungsmöglichkeiten zur Eindämmung illegaler Verfolgung und fasst Wissenswertes zum Luchs kurz und bündig zusammen. Eindrückliche Fotos und anschauliche Illustrationen runden das Handbuch ab. Die Inhalte sind als Leitfaden für Naturschutz- und Jagdbehörden, Zoll, Polizei und Staatsanwaltschaften gedacht, die mit der Ermittlung und Aufklärung von Fällen illegaler Verfolgung und Tötung von streng geschützten Tierarten beauftragt sind. Auch Tatzeugen und Personen, die zufällig auf einen toten Luchs stoßen, finden hier eine Orientierungshilfe. Das Handbuch ist eines der Ergebnisse des deutsch-tschechischen Kooperationsprojekts, genannt „Tatort Luchs“, das mit finanzieller Unterstützung des Bundesumweltministeriums und unter Federführung des WWF Deutschland von 2022 bis 2024 durchgeführt wurde. Mehr zum Handbuch unter InfoMaterial.

Für Luchs-Spezialisten: Neues Buch über den Eurasischen Luchs erschienen

Das Fachbuch eröffnet einen ganz neuen Blick auf den Eurasischen Luchs (Lynx lynx). Die vorgestellten Ergebnisse zu Morphologie, Anatomie und Ethologie des Eurasischen Luchses basieren auf den langjährigen Studien des Autors und suchen ihresgleichen. Als Fachbuch für absolute Luchs-Spezialisten ist es über uns erhältlich. Mehr dazu inkl. Inhaltsverzeichnis und Buchbesprechung unter InfoMaterial.

Projekt LuchsRadar geht in die nächste Phase

Dank des Projekts LuchsRadar sind nun in Ostbayern engagierte LuchsRanger aktiv im Einsatz. Diese ehrenamtlichen Helfer wurden intensiv geschult und sind nun bestens darauf vorbereitet, den Schutz des Luchses vor Ort aktiv zu unterstützen. Sie halten die Augen offen und dokumentieren Hinweise, die auf illegale Luchstötungen hindeuten könnten. Der Aufbau des Programms und die Ausbildung der LuchsRanger wurde finanziell unterstützt durch die Deutsche Postcode Lotterie.

Junge Luchsin auf der A93 bei Falkenberg überfahren

Am 30. Juni wurde eine junge Luchsin auf der Autobahn A93 nördlich der Anschlussstelle Falkenberg, Landkreis Tirschenreuth, von einem vorbeifahrenden Autofahrer gemeldet. Er hielt das Tier zunächst für einen Fuchs, die Verkehrspolizei konnte dann vor Ort einen Luchs identifizieren. Die massiven Verletzungen, die sich bei der Erstuntersuchung des Tieres offenbarten, ließen keinen Zweifel an einem Zusammenstoß mit einem Fahrzeug, der für das subadulte Tier sofort tödlich gewesen sein musste. Autobahnen sind neben Bundesstraßen wegen des starken Verkehrstroms nahezu unüberwindbare Barrieren für Wildtiere. Sie kammern die Lebensräume von hochmobilen Tierarten wie Luchs oder Rotwild. Manchmal halten auch die errichteten Wildschutzzäune das Tier nicht von einem Querungsversuch ab. Eine Autobahn oder Bundesstraße lebend zu überwinden, gleicht dann einem Glücksspiel. Die junge, ca. 12 Monate alte Luchsin stammte sehr wahrscheinlich aus dem nahegelegenen Steinwald und schlug fatalerweise eine nach Osten gerichtete Abwanderungsroute ein. Für das nur kleine Luchsvorkommen im Steinwald und  Fichtelgebirge ist das ein herber Verlust.

Tote Luchsin bei Bischofsmais gefunden

Am 15. April wurde eine Luchsin durch einen Jogger in einem Waldgebiet bei Bischofsmais, Landkreis Regen, gefunden. Die erste äußerliche Untersuchung ließ keinen Schluss auf die Todesursache zu. Deshalb veranlasste die Staatsanwaltschaft eine weiterführende Untersuchung durch das tierpathologische Institut der LMU München. Dieses soll die Todesursache klären und damit eine illegale Tötung des Tieres ausschließen bzw. begründen.

Luchsin von Waldbahn bei Zwiesel überfahren

Am 10. April wurde eine tote Luchsin bei geologischen Kartierungsarbeiten nahe Zwiesel, Landkreis Regen, neben dem Bahngleis gefunden. Das Tier befand sich in einem fortgeschrittenen Verwesungszustand. Wie sich später herausstellte, wurde es schon drei Wochen vorher durch einen Lokführer an die Störungsstelle der Deutschen Bahn gemeldet. Diese veranlasste offenbar nur, dass die Luchsin aus dem Gleisbett entfernt wurde. Eine Weitermeldung an die Naturschutzbehörde erfolgte leider nicht.

Neuer Ansatz im Luchsschutz – Das Projekt LuchsRadar

Die Deutsche Postcode Lotterie fördert einen neuen Ansatz im Luchsschutz von Luchs Bayern e.V.: Mit dem Projekt LuchsRadar wird ein Netzwerk ehrenamtlich tätiger Personen etabliert, die sich durch aktive Maßnahmen vor Ort für den Schutz des Luchses engagieren wollen.

Personen aus Jagd, Forst, Naturschutz und interessierter Allgemeinheit werden zu so genannten LuchsRangern ausgebildet. Im Rahmen von Seminaren und Exkursionen lernen sie alle artenschutzfachlichen Aspekte des Luchsmanagements und -monitorings kennen. Damit werden sie in die Lage versetzt, selbständig nach Anwesenheitszeichen des Luchses zu suchen, diese zu dokumentieren und so das Monitoring zu unterstützen.

Außerdem setzen sich die LuchsRanger vor Ort gegen Luchswilderei ein, indem sie bei regelmäßigen, koordinierten Waldbegängen auffällige oder verdächtige Aktivitäten in den Hotspots illegaler Verfolgung dokumentieren. Die gesammelten Daten und Informationen werden der Polizei zur Verfügung gestellt, die damit die Gelegenheit erhält, eigene Ermittlungstätigkeiten einzuleiten.

Das Projekt LuchsRadar soll die Empörung und das Entsetzen über illegale Tötungen von Luchsen oder anderen streng geschützten Wildtierarten in der Zivilbevölkerung auffangen und in Bahnen lenken, die vor Ort etwas bewirken können. Beispielsweise signalisieren die Aktivitäten vor Ort, dass sich potentielle Täter nicht mehr unbeobachtet fühlen können. Zudem soll das Engagement der LuchsRanger Zeugen und Informanten dazu ermutigen, der Polizei relevante Hinweise zu melden.

Das Projekt LuchsRadar knüpft an Aktivitäten an bzw. ergänzt sie, die im Rahmen von behördlich oder EU-geförderten Projekten kurz vor dem Abschluss stehen oder gerade begonnen haben. Diese erfreuliche Entwicklung zeugt von einem gestiegenen Bewusstsein für die Notwendigkeit Artenschutzkriminalität aktiver als bisher zu bekämpfen.

Neue Ausgabe der Luchs-Nachrichten

Eine neue Ausgabe der Luchs-Nachrichten steht unter InfoMaterial zum Herunterladen bereit.

Die 18. Ausgabe befasst sich mit der deutsch-tschechischen Strategie zu Schutz und Erhalt des Luchses im Bayerisch-Böhmischen Raum, erläutert die recht friedliche Beziehung zwischen Luchsen und Weidetieren, gibt einen Überblick über illegale Luchstötungen in Deutschland und stellt das neue deutsch-österreichische Projekt zur Bekämpfung von Wildtierkriminalität vor. Die Luchs-Fakten streuen wieder wissenswerte Häppchen zum Luchs ein.

Verkehrsunfall mit Luchs bei Neuschönau

Erneut kam es zu einem Verkehrsunfall mit einem Luchs. Am 23. November gegen 16.45 Uhr wurde eine subadulte Luchsin von einem Auto erfasst als sie die Nationalparkstraße (FRG 5) bei Neuschönau überqueren wollte.

Der Zusammenstoß mit dem Fahrzeug war für die junge Luchsin sofort tödlich. Durch Fellmustervergleich ließ sich feststellen, dass das Tier eine 2022 geborene Tochter der Luchsin „Nerea“ war. Deren Revier liegt zwischen Neuschönau, Rachel und Spiegelau.

Informationsveranstaltung in Nagel i. Fichtelgebirge

Am 16. November fand in Nagel, Landkreis Wunsiedel die nächste Informationsveranstaltung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörden, Naturparke, Unteren Jagdbehörden und Forstbehörden sowie der BaySF statt.

Auch in dieser Veranstaltung stand die die illegale Verfolgung von Luchsen im Fokus. Leider hat auch das Fichtelgebirge schon einen Fall von illegaler Luchstötung verzeichnen müssen, obwohl nur wenige Luchse dort leben.

Im Jahr 2020 wurde dort der Luchs „Ivan“ erschossen. Der Jäger, der sich für diese Straftat selbst angezeigt hat, gab an, Ivan für ein Wildschwein gehalten zu haben. Er musste einen Geldbetrag von 1.500,- EUR bezahlen und behielt seine Jagderlaubnis.

Luchs auf der B11 bei Grafling überfahren

Am 14. November wurde gegen 5.45 Uhr auf der B11 nördlich von Grafling ein ca. 2,5-jähriges Luchsmännchen überfahren. Es wollte offensichtlich die Bundesstraße in Höhe Hochbühl überqueren als es von einem Kleintransporter erfasst wurde. Die Kollision mit dem Fahrzeug war für den Luchs sofort tödlich.

Die Bundesstraße B11 zwischen Grafling und Ruhmannsfelden im Landkreis Deggendorf durchschneidet einen großen Waldkorridor im vorderen Bayerischen Wald. Die ausgedehnten Wälder dort dienen Luchsen nicht nur als Dauerlebensraum, sondern sind auch Zugachse für junge abwandernde Tiere.

Bereits im Jahr 2007 wurde deshalb bei den ersten Ausbaumaßnahmen der B11 von der Naturschutzbehörde eine Grünbrücke gefordert. Sie hätte auch anderen Wildtieren ein gefahrloses Überqueren der Bundesstraße ermöglicht. Das Straßenbauamt wollte jedoch nicht darauf eingehen, obwohl das Tötungsrisiko für Luchse durch den Ausbau erheblich gestiegen ist.

Erst im Jahr 2020 wurde fast an der gleichen Stelle wie jetzt, ein Luchs angefahren. Er lief noch humpelnd weg, aber die zugefügten Verletzungen führen meist früher oder später zum Tod des Luchses.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Unser Newsletter „Luchs-Nachrichten“ erscheint rund zweimal im Jahr — mit Bestandszahlen, Projekten und Geschichten rund um den Luchs in Bayern.