Verwaister Jungluchs in Arrach aufgetaucht

03.11.2026 | Aktuelles

Ein circa fünf Monate junger Luchs machte die letzten Tage Schlagzeilen, weil er einer Hauskatze nachjagte und ihr bis in ein Haus folgte. Die Hausbewohnerin, die sich beim Anblick der zwei durchflitzenden Katzen erschreckte, scheuchte den kleinen Luchs wieder zur Haustüre hinaus. Ein weiterer Vorfall, der für den jungen Luchs äußerst brenzlig war, ereignete sich mit einem Hund. Dieser verfolgte den kleinen Luchs, der sich aber glücklicherweise auf einen Baum retten konnte. Der Hundehalter filmte die Szene und fotografierte den Luchs in der Birke hängend.

Seitdem ist der Verbleib des jungen Luchses unbekannt. Versuche seitens der zuständigen Behörden, den hilflosen Luchs aufzuspüren, einzufangen und in eine Auffangeinrichtung zu übergeben, laufen.

Das Auftauchen von jungen Luchsen in unmittelbarer Nähe von Dörfern geht meist einher mit ihrem Versuch, dort etwas Fressbares zu finden. Es ist immer ein Alarmzeichen. Nicht dafür, dass von ihnen Gefahr ausgeht, sondern umgekehrt: Sie haben ihre Mutter verloren oder wurden, z.B. durch ein traumatisches Ereignis, von ihr getrennt. Alleine und ohne Fürsorge der Mutter können verwaiste oder mutterlose junge Luchse nicht überleben.

Um nicht zu verhungern, wagen sich manche bis in menschliche Ansiedlungen vor, um dort nach leicht verfügbarer Nahrung zu suchen - seien es Hühner, Kaninchen oder eben Katzen. Luchswaisen erscheinen am häufigsten in den Monaten September, Oktober oder November, wenn sie vier bis sechs Monate alt sind. Sie einzufangen und zu retten, gelingt nur selten.

Objektive Gründe, Ängste vor diesen verwaisten Jungluchsen zu schüren, gibt es nicht.

Der kleine Arracher Luchs ist vermutlich eines der beiden Jungtiere der ansässigen Luchsin Frieda. Sie hält sich seit Mitte 2020 am Kaitersberg auf und hat dort jedes Jahr Junge geworfen. Sie ist eine erfahrene Mutter und erschien auf aktuellen Fotofallenbildern gesund. Ob sie und das Geschwister noch leben, wird erst die Zukunft zeigen, falls sie von den im Wald verteilten Wildkameras wieder erfasst wird – oder eben nicht mehr.

Ihre Vorgängerin in diesem Revier, die Luchsin Vroni, ging 2019 im jungen Alter von fünf Jahren plötzlich verschollen. In diesem Jahr führte sie mindestens ein Junges, das mit ihr ebenfalls verschwand.

Unterstützen Sie uns!

Wir brauchen Sie als Unterstützer*in!

Nur so ist eine Beteiligung an großen, internationalen Projekten oder die Entwicklung maßgeschneideter Lösungen zum Schutz und Erhalt des Luchses möglich.

Werden Sie Fördermitglied oder unterstützen Sie unsere Arbeiten mit einer Spende. Luchs Bayern e.V. ist als gemeinnützig anerkannt. Ihre Spende ist steuerlich absetzbar.